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15.05.2024 – Rentenpolitik, Grüne Politik

Abschlagsfreie Rente nach 45 Jahren nicht abschaffen!

Zur aktuellen politischen Debatte um die sogenannte Rente mit 63 erklärt Markus Kurth, rentenpolitischer Experte der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen:
„Die aktuelle Debatte um eine Abschaffung der sogenannten Rente mit 63 und um Arbeitsanreize für ältere Beschäftigte verfehlt ihr Ziel und sollte tatsachenbezogen geführt werden. Attraktive monetäre Anreize für ältere Erwerbstätige gibt es schon: Für jedes Jahr, das man den Renteneintritt hinauszögert, gibt es einen Zuschlag in Höhe von sechs Prozent auf den gesamten Rentenbetrag. Es gibt keine Hinzuverdienstgrenzen mehr und egal, ob man neben oder statt der Rente arbeitet: Jeder eingezahlte Euro steigert die eigene Rente.
Und auch eine Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45-jähriger Beitragszahlung wäre ein Fehler: Eine solche Reform würde keineswegs kurzfristig den Haushalt 2025 sanieren, aber stattdessen zu einem massiven Vertrauensverlust führen. Denn wer fest damit geplant hat, nach 45 Versicherungsjahren abschlagsfrei in Altersrente gehen zu können, hat sich womöglich die Arbeitskraft so eingeteilt, dass sie eben nur bis dahin reicht. Auch Arbeitgeber dürften ihre Personalplanung auf die erwarteten Renteneintritte ihrer Beschäftigten eingestellt haben.

Wenn das Ziel sein soll, möglichst viele Arbeitskräfte so lange wie möglich am Arbeitsmarkt zu halten, müssen wir in Präventions- und Reha-Maßnahmen investieren und flexible Übergänge in die Altersrente ermöglichen. Denn schon heute schaffen es viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus gesundheitlichen Gründen nicht, ihren Beruf bis zum Renteneintrittsalter auszuüben.“


Hier gibt es einen Faktencheck zur sogenannten "Rente mit 63".