13.02.2019 – Rentenpolitik
Probleme bei der Rente mit 67 - Die Antwort der Bundesregierung auf unsere Kleine Anfrage
Nachdem die Bundesregierung ihren Bericht zur Rente mit 67 vorgelegt hat, haben wir im Rahmen einer Kleinen Anfrage genauer nachgefragt. Ziel war es die Dunkelbereiche des Übergangs vom Erwerbsleben in den Ruhestand zu beleuchten, und die Ergebnisse waren eindeutig:
Trotz steigender Beschäftigtenzahlen älterer Erwerbstätiger bleibt das sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnis in den rentennahen Jahrgängen ein Minderheitenmodell. Das steigende gesetzliche Renteneintrittsalter und der demografische Wandel übersetzen sich nicht ausreichend in eine alters- und alternsgerechte Arbeitswelt. Dabei sind gerade die letzten Jahre vor dem Renteneintritt nicht unwichtig für die Höhe des späteren Alterseinkommens. Minijobs und kleine Teilzeitbeschäftigung, die bei Beschäftigten der Altersgruppe der 63- bis 65-jährigen angestiegen sind, können hingegen empfindliche Lücken reißen. Instrumente wie eine Teilrente ohne Abschläge für besonders belastete Beschäftigte sind nötig, um einen gleitenden Übergang vom Beruf in den Ruhestand ohne große Lücken zu ermöglichen.
Der steigende Anteil älterer Personen bei den Arbeitslosen zeigt: Wer einmal jenseits des 55. Lebensjahres seinen Job verloren hat, hat es sehr schwer, wieder eine Beschäftigung zu finden. Präventive Weiterbildung, berufsbegleitende Rehabilitation und eine aktive Unterstützung rechtzeitiger Jobwechsel müssen zum Standardrepertoire der Arbeitslosen- und Rentenversicherung werden. Nicht zuletzt müssen auch die Arbeitgeber, die eine Anhebung der Regelaltersgrenze auf das 67. Lebensjahr vehement gefordert hatten, bessere Voraussetzungen für einen längeren Verbleib im Berufsleben schaffen. Solange Arbeitslosigkeit für ältere Arbeitnehmer eine Reise ohne Wiederkehr an den Arbeitsmarkt bedeutet, bleibt die "Rente mit 67" ein Angstfaktor für viele Beschäftigte. Eine angstfreie Debatte um längeres gesünderes Arbeiten ist so unmöglich. Dabei ist die Sicherung der Erwerbsbeteiligung der Generation Ü60 längst eine ökonomische Frage, die sich nicht nur in der nahen Zukunft, sondern in vielen Betrieben bereits heute stellt.
Die Antwort auf die Kleine Anfrage finden Sie hier. Meine Auswertung können Sie hier nachlesen.
Die Süddeutsche Zeitung berichtete: https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/rente-minij...
Auch die Junge Welt berichtete: https://www.jungewelt.de/artikel/349254.altersarmu...