13.11.2012 – Arbeit und Soziales
Stromsperren vermeiden
Neue Stromzähler mit „Prepaid“-Funktion könnten Situation der Kundinnen und Kunden verbessern
Die Ausgaben der Privathaushalte für Energie sind seit 2005 stark gestiegen. Rund 45 Prozent Preisanstieg für Strom und Fernwärme, über 60 Prozent für Öl und 30 Prozent für Gas: VieleHaushalte sind mit diesem Preisanstieg deutlich oberhalb der allgemeinen Teuerungsrate finanziell überlastet. Nach Schätzungen der Verbraucherverbände wird ca. 600.000 Haushalten jährlich Stromoder Gas abgestellt, weil sie ihre Rechnungen nicht begleichen können.Die Grüne Bundestagsfraktion hat unlängst einen Antrag verabschiedet, der ein Bündel von Maßnahmen fordert, um bezahlbare Energie auch künftig zu sichern. Den Antrag gibt es hier: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/110/1711030.pdf
Um Stromsperren zu vermeiden, soll das Sperren der Gas- und Stromversorgung von Privathaushalten gesetzlich einschränkt und zumindest bei erstmaligem Zahlungsverzug die Versorger verpflichtet werden, im Vorfeld einer Sperre eine Ratenzahlungsvereinbarung anbieten zu müssen.
Das Wuppertal-Institut hat nun mit dem Konzept „Zahlen nach Bedarf“ eine weitere Möglichkeit geschaffen, Stromsperren im Vorfeld zu vermeiden. Per Computer oder Smart-Phone kann hierbei wie bei einem Prepaid-Handy das Guthaben aufgeladen werden, kurz bevor es aufgebraucht ist. So haben die Verbraucherinnen und Verbraucher eine Kostentransparenz. Zudem steigert dieses Verfahren ihr Kostenbewusstsein, so der Experte Michael Kopatz vom Wuppertal-Institut gegenüber der Nachrichtenagentur epd. In der Regel führe ein solches Verfahren auch zu deutlich weniger Verbrauch.
In Großbritannien gibt es mittlerweile rund 3,4 Millionen solcher Geräte.